Noch bestehende Widerrufsmöglichkeit bei Verbraucherkreditverträgen mit „hohem“ Zins

Eine zweite Thematik im Kreditrecht besteht darin, dass Kredite zu aktuellen Zinssätzen sehr viel günstiger sind, also solche, die vor einigen Jahren ab- geschlossen wurden. Fraglich ist, ob man mit Banken und Sparkassen über eine Reduzierung der Zinskonditionen verhandeln kann. Dabei ist man häufig auf die Kulanz des Kreditinstitutes angewiesen, die nach unseren Erfahrung nur sehr eingeschränkt besteht. In solchen Situationen kann Folgendes hilfreich sein.

Bei Verbraucherkreditverträgen, also solchen, die man privat abschliesst, besteht eine Pflicht der Kreditinstitute zur umfassenden Aufklärung über eine Vielzahl von nicht nur wirtschaftlichen Elementen des Kredites vor Vertragsunterzeichnung. Auch muß über das Bestehen eines Widerrufsrechtes umfassend informiert werden. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass dort häufiger Fehler in der vollständigen und ordnungsgäßen Unterichtung passieren. Das hat zur Folge, dass die an sich 14 Tage nach Vertragsabschluss endende Frist zum Widerruf gar nicht zu Laufen beginnt, sodass auch noch Jahre später ein Widerruf möglich ist.

Mit der Ausübung eines solchen Widerrufrechtes könnte man den Banken/Sparkassen gegenüber für den Fall „drohen“, dass die Bank/Sparkasse nicht bereit ist, den vereinbarten Zins freiwillig zu senken. Allerdings muss dann auch innerhalb eines Monats noch Widerrufsausübung das Darlehn an die ursprünglich Bank vollständig zurückgezahlt werden, anderenfalls ist der Widerruf ungültig. Man müßte daher parallel mit einer anderen Bank verhandeln und die etwaige dortige Kreditvergabe beschleunigen. Jeder Fall hat seine Eigenheiten. Eine konkrete Prüfung im Einzelfall ist deshalb unerlässlich. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir sind gern behilflich.